4 Wochen zwischen Homeschooling & Ausgangsbeschränkungen – meine Zwischenbilanz

Wir schreiben nun Woche 4 mit Ausgangsbeschränkungen und Homeschooling

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Meine erste Kolumne auf Neumodisch war sprichwörtlich der Einstieg in eine außergewöhnliche Situation, die mittlerweile ein Ausmaß angenommen hat, mit dem wohl niemand rechnete. Wir schreiben nun Woche 4 mit Ausgangsbeschränkungen, Homeschooling und um es gleich mal vorweg zu sagen, bin ich in erster Linie froh, dass meine Familie gesund ist und dass auch die Zahl der Ansteckungen zurückgehen. Dieser Lockdown zeigt also Wirkung.

Wir als Patchwork Familie, sehen mittlerweile die Ausgangsbeschränkungen jedoch als kleinstes Übel der ganzen Misere. Vielmehr brachte uns der viele Schulstoff  in den ersten Wochen sprichwörtlich ins strudeln, auch wenn man natürlich versucht positiv zu bleiben und das Beste daraus zu machen!

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2 Kinder im Grundschulalter, 2 überaus tolle Lehrer und die unterschiedlichsten Lernaufgaben:

Wer jetzt glaubt … ach ein paar Lernblätter für Grundschulkinder in den Fächern Mathematik, Deutsch und eventuell Englisch sei das Einzige was ja in dieser Zeit gewünscht ist, der liegt falsch. Auch für das Fach Kreativ, Musik, Religion und Sachunterricht sind Aufgaben zu meistern und das nicht zu knapp. Teilweise gingen die ersten Homeschoolingtage von 8:00 – 15:00 Uhr Nachmittags. Selbstverständlich mit Pausen und Mittagessen, doch der Rest war bis obenhin vollgepackt mit Schulaufgaben. Wir haben es trotzallem irgendwie gemeistert.

Doch es zeichnete sich auch ab, dass die Kinder teilweise einfach mit der Gesamtsituation überfordert sind und wir Eltern waren auf einmal nicht nur Eltern, sondern Mathe-, Deutsch-, Englisch-, Religion, Sachunterrichts-, Musik-, Kreativlernkräfte. Wie schon kurz angesprochen, musste obendrein auch noch der „normale“ Alltag stattfinden und da wäre noch ein nicht unwichtiger Punkt: Homeoffice! Letzteres scheint mir besonders bei der Bildungsdirektion ein wenig ignoriert zu werden.

Und dann wäre da noch eine spezielle Patchwork – Herausforderung:

Auch wenn man die Tatsache betrachtet, dass immer einer von uns zwei Elternteilen „freigespielt“ ist, heißt das noch lange nicht, dass wir in der Zeit wo die Kinder gerade beim anderen Elternteil untergebracht sind, dem Homeschooling – Wahnsinn nicht „hautnah“ miterleben. Die tägliche Kommunikation, die wir am Abend nach dem Homeoffice und dem Haushalt telefonisch führen, ermöglicht es uns einen reibungslosen und lückenlosen Austausch für bevorstehende und gemachte Schulsachen.

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Doch die eigentliche Herausforderung sollte erst nach den Osterferien kommen – E-Learning in der Grundschule:

Im Vorfeld war uns gleich bewusst, dass das dem Ganzen logistisch noch die Krone des Homeschooling – Alltags aufsetzt. 2 Kinder, 1 Notebook und Homeoffice, diese Rechnung kann irgendwie nicht aufgehen. Gottseidank wurde in der Zwischenzeit ein altes Gerät arbeitstauglich gemacht und so sind wir gut ausgerüstet. Würde man hier auf Unterstützung für Leihgeräte hoffen, so ist das zwar möglich, aber mit einem verhältnismäßig komplexen Aufwand verbunden.

Wir schreiben nun Tag 2 des E-Learnings – die Kinder, sowie wir als Eltern sind heute schon um Einiges gelassener. Doch wird das auch so bleiben?

Ich bete jetzt schon, dass die minimale Motivationssteigerung der Kinder am heutigen Tag die restlichen Tage, Wochen, oder gar noch Monate, wo diese Situation so bleibt, aufrecht bleibt. Denn der erste E-Learning Tag war da schon ganz schön chaotisch. Papa ackerte sich durch den Dschungel der Plattform, um einen Überblick zu gewinnen und alle Unterlagen für zwei Kinder zu finden. Während fleißig jegliche Übungsblätter vorbereitet wurden, hatte der Große schon sein erstes Zoom – Meeting. Der Kleine, wie sollte es anders sein, konnte somit nicht gleich starten. Papa saß ja noch und druckte weitere Unterlagen aus. Auch der heimische Drucker muss in diesen Zeiten über seine Höchstleistungen hinaus funktionieren und kiloweise Aufgabenblätter ausspucken, wenn er nicht währenddessen seinen Geist aufgibt. 😉

Die Lernplattform ist bis zum heutigen Standpunkt leider noch keine Erleichterung für uns Eltern, sondern eher ein bürokratischer Mehraufwand. Aber ich lass mich auch gerne in den nächsten Wochen des Besseren belehren. Nicht nur Arbeiten in Heften und Büchern wird nun verlangt, auch Sprachnachrichten, selbstgedrehte Videos, anschauen von Lernvideos, basteln, singen, experimentieren, Zoom – Meetings und u.v.m., stehen jetzt am Programm. Eltern und Kinder werden also aktuell zu Social Media Experten und Youtube-Stars ausgebildet. Wow, wenn diese Krise vorbei ist, sind alle Familien Multitalente. 😉 Ich merke, dass es zunehmend komplexer wird und man wünscht sich schon mal zwischendurch den normalen Tagesablauf mit Schule, Arbeit und Freizeit herbei.

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Den Schutz vom Coronavirus, um den es hier eigentlich immer vorrangig gehen sollte, ist für unsere Kinder, für uns Eltern, aber auch der Lehrerschaft mittlerweile ja schon fast zu einer Nebensache geworden. Unsere größte Herausforderung besteht meiner Meinung nach im Moment eher darin, zu versuchen, die Kinder so gut wie möglich zum Lernen zu motivieren. Diese Massen an Schulstoff bringt da für die Kinder auch schon mal Demotivation und Stress mit sich.

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Wir Eltern sind KEINE Lehrkräfte, sondern immer noch Eltern!!! Doch wir versuchen alles erdenklich mögliche zu tun, um den Job des Lehrers so gut es geht zu übernehmen. Wir sind Eltern, Lehrer, aber auch Angestellte oder Selbstständige & selbstverständlich auch Hausfrau/mann und nebenbei versuchen wir trotz allem auch noch das Beste aus den Ausgangsbeschränkungen für die Kinder zu machen! Doch eines darf auch klar mal gesagt werden: Wir bekommen für das Homeschooling unserer Kinder nicht bezahlt und haben auch nicht die entsprechende Ausbildung dazu.

Auch dass es viele Familien mit mehreren Kindern gibt, wo jedes gleichermaßen Aufmerksamkeit verdient, oder Unterstützung im Lernstoff benötigt, scheint nicht bedacht zu werden. Ich würde mir wünschen, und da spreche ich bestimmt einigen Eltern aus der Seele, geringerer Aufgabenstellungen bzw. das Streichen einiger nicht wirklich relevanten Fächer, gerade im Grundschulalter zu veranlassen. Hier würden die Eltern, aber besonders die Kinder immens entlastet werden.

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Abschließend möchte ich jedem einzelnen Elternteil für die kommende Zeit viel Mut zu sprechen. Auch diese Situation hat irgendwann ein Ende und wann haben wir schon mal wieder die Möglichkeit, so intensiv Zeit mit unseren Kindern zu verbringen? Ich denke auch, dass unsere Kinder irgendwann richtig stolz auf uns sein werden, denn sie können sagen, meine Mama und mein Papa haben in einer sehr schweren Zeit richtig gut die Aufgabe als Homeschooling – Lehrer/in gemeistert und uns trotz Krise ganz schön viel fürs Leben mitgegeben.

TRANSPARENZ:

office@neumodisch.at

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